Susanna Mälkki bringt die Alte Oper zum Beben

Fotos: Copyright by hr/Sebastian Reimold

Der Jubel im Anschluss fiel gewaltig aus. Das Publikum feierte Solisten, Dirigentin und Orchester mit anhaltender Begeisterung. Schaut man auf die Bühne der Alten Oper, wird klar, dass hier zwei Partner agieren, die hervorragend miteinander harmonieren.

Alte Oper Frankfurt, 23. Oktober 2026

Kaija Saariaho  Hush

Gustav Mahler
Sinfonie Nr. 1 D-Dur „Der Titan“

Verneri Pohjola, Trompete
hr-Sinfonieorchester
Susanna Mälkki, musikalische Leitung
hr-Sinfonieorchester

von Dirk Schauß

Susanna Mälkki betritt das Podium der Alten Oper mit der kompromisslosen Entschlossenheit einer Künstlerin, die das Musizieren als Daseinsform versteht. Wer die finnische Dirigentin bisher vor allem in den Gefilden der Avantgarde verortete, musste an diesem Abend erstaunt feststellen, wie scharfkantig und unnachgiebig sie auch das klassische Repertoire durchlüftet. Die Dramaturgie des Programms glich einer doppelten Mutprobe für das Frankfurter Publikum, das sich keineswegs im Behaglichen einrichten durfte. Das Aufeinanderprallen von Kaija Saariahos allerletztem Werk mit Gustav Mahlers sinfonischem Erstling erwies sich als klug kalkulierte Konfrontation zweier Welten, die bei näherem Hinsehen verblüffend viele Berührungspunkte aufweisen. Mälkki baut keine Plüschbrücken. Sie schlägt Schneisen in das Klanggestrüpp. „Kaija Saariaho  Hush Mahler Sinfonie Nr 1 Susanna Mälkki
Alte Oper Frankfurt, 23. Oktober 2026“
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Musikalische Virtuosität wird mit grausamem Tod bestraft

Foto: Sophi Hegewald Marsyas Barock

Glücklicherweise nur Mythos…

Konzert-Performance „Apollo & Marsyas“

Es ist das Ende einer wahrhaft faszinierenden Performance aus stimmig ausgewählten, virtuos präsentierten Barockmusiken und gelungenen Live-Zeichnungen, ein gewiss ungewohnter, aber reizvoller Augen- und Ohrenschmaus ganz besonderer Art, der vom Publikum mit begeistertem Beifall bedacht wird.

Programm:

Werke (und Ausschnitte) von P. Locatelli, G. P. Telemann, Antonio Vivaldi, J. S. Bach, M. Blavet, A. Bellino u. weiteren

Ensemble Marsyas Baroque: Paula Pinn (Blockflöten und Barockfagott), María Carrasco Gil (Barockvioline), Konstanze Waidosch (Barockcello), Sara Johnson Huidobro (Cembalo)

Anke Bär  Illustration und Livezeichnung

Sendesaal Bremen, 22. Oktober 2026

Von Dr. Gerd Klingeberg

Im breit gefächerten Konzertangebot des Bremer Sendesaals finden sich immer wieder auch kleinere Klassikprogramme der ganz besonderen Art – so auch die Konzert-Performance „Apollo & Marsyas“ des 2019 gegründeten, für seine innovativen Konzertkonzepte bereits mehrfach preisgekrönten spanisch-deutschen Ensembles Marsyas Baroque.
„„Apollo & Marsyas“ Ensemble Marsyas Baroque
Sendesaal Bremen, 22. Oktober 2026“
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DIE SAMSTAG-PRESSE, 24. OKTOBER 2026

Nathalie Stutzmann, Foto: Stephanie Slama

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DIE SAMSTAG-PRESSE, 24. OKTOBER 2026

Zürich
Eigenwillige Klangregisseurin: Nathalie Stutzmann dirigiert das Tonhalle-Orchester Zürich
Wunderliches geschah diesen Sommer in Bayreuth: Zum 150-Jahr-Jubiläum der Bayreuther Festspiele gab es auf dem Grünen Hügel zum allerersten Mal eine Inszenierung von Richard Wagners früher Oper Rienzi. Am Pult dieser international beachteten Aufführung wirkte die Dirigentin Nathalie Stutzmann. Nun wurde die Französin von der Tonhalle-Gesellschaft Zürich, nach 2024 bereits zum zweiten Mal, zu einem Konzert mit dem Tonhalle-Orchester eingeladen. Und mit welchem Stück hat sie den Abend eröffnet? Natürlich mit der Ouvertüre zu Rienzi. Um dann gleich Vorspiel und Liebestod aus Tristan und Isolde dranzuhängen
Bachtrack.com.de.stutzmann „DIE SAMSTAG-PRESSE, 24. OKTOBER 2026
klassik-begeistert.de, 24. Oktober 2026“
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Andris Nelsons verlangsamt Mahlers Kosmos

Wer heutzutage eine Gesamteinspielung der zehn Sinfonien von Gustav Mahler auf den Markt bringt, behauptet sich nicht bloß gegen eine unüberschaubare Fülle von Konkurrenzprodukten, sondern gegen ein gewaltiges historisches Erbe. Die Deutsche Grammophon veröffentlicht nun jenen Live-Zyklus, den die Wiener Philharmoniker unter der Leitung von Andris Nelsons über einen Zeitraum von acht Jahren hinweg im Musikverein, im Konzerthaus und bei den Salzburger Festspielen aufgezeichnet haben.

Gustav Mahler
The Symphonies

Wiener Philharmoniker
Andris Nelsons, musikalische Leitung

Deutsche Grammophon, 486 7667 (12 CDs)

von Dirk Schauß

„Gustav Mahler, The Symphonies, Wiener Philharmoniker, Andris Nelsons
klassik-begeistert.de, 23. Oktober 2026“
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Nathalie Stutzmann in Zürich: Laut ist nicht immer gut

Nathalie Stutzmann © Daniele Ratti

Wagner im Konzertsaal – eine nicht ganz einfache Geschichte. Wagner war Opernkomponist durch und durch und komponierte für den Orchestergraben, den Parsifal dann sogar für ein zu großen Teilen unter der Bühne plaziertes Orchester in Bayreuth. Die Konzertversionen seiner Ouvertüren und einiger anderer Auszüge seiner Opern und Musikdramen gehen auf ihn selbst zurück, der mit Konzerttourneen schlicht Geld verdienen musste.

Tonhalle Zürich, 21. Oktober 2026

Tonhalle-Orchester Zürich
Nathalie Stutzmann / Leitung

Christina Nilsson / Sopran

Richard Wagner (1813-1883) / Ouvertüre zu „Rienzi“

Richard Wagner (1813-1883) / Vorspiel und Liebestod aus „Tristan und Isolde“

Johannes Brahms (1833-1897), Sinfonie Nr. 1 c-Moll Opus 68

von Julian Führer

„Tonhalle-Orchester Zürich, Nathalie Stutzmann, Christina Nilsson
Tonhalle Zürich, 21. Oktober 2026“
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Krzysztof Bączyk: „Ich habe etwas von Leporello in mir“

Krzysztof Bączyk © Ksenia S. Photography

Krzysztof Bączyk begann seine Gesangsausbildung an der Jerzy-Kurczewski-Chorschule in Posen. Anschließend absolvierte er ein Gesangsstudium an der dortigen Ignacy-Jan-Paderewski-Musikhochschule und bildete sich an der Opernakademie des Teatr Wielki – Nationaloper weiter. Im Jahr 2011 debütierte er am Teatr Wielki in Posen als Pope in Schostakowitschs „Lady Macbeth von Mzensk“.

Jolanta Łada-Zielke im Gespräch mit dem polnischen Bass Krzysztof Bączyk

klassik-begeistert: Sie waren zwölf Jahre lang Mitglied des Posener Knabenchors „Polskie Słowiki“ (Polnische Nachtigallen). Was hat Sie dazu bewogen, eine Solokarriere einzuschlagen?

Krzysztof Bączyk: Der unmittelbare Anstoß war eine Sehnsucht nach dem Singen, die ich nach einer einjährigen Pause verspürte. Ich besuchte nämlich eine Grundschule, die mit einem Gymnasium verbunden war [1]. Nach dem Unterricht fanden dort Chorproben statt, sodass ich dreimal wöchentlich von acht Uhr morgens bis sieben Uhr abends in der Schule verbrachte. Es kamen natürlich öffentliche Auftritte und Konzertreisen hinzu. Oft beneidete ich meine Freunde aus der Nachbarschaft, die nach der Schule Fußball spielen gingen und irgendwann hatte ich einfach genug von dieser Musik. Die Chorschule dauerte insgesamt neun Jahre. Danach habe ich an ein allgemeinbildendes Lyzeum gewechselt, doch schon nach einem Jahr habe ich das Singen vermisst. Deshalb bin ich mit meinen Bekannten zu einem Theater- und Musikfestival nach Bad Hersfeld gefahren, wo ich anschließend fünf Jahre in Folge im Festspielchor mitgewirkt habe.

„klassik-begeistert im Gespräch mit dem polnischen Bass Krzysztof Bączyk
klassik-begeistert.de, 23. Oktober 2026“
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DIE FREITAG-PRESSE – 23. OKTOBER 2026

Helen Donath in Pique Dame © Bettina Stöß

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DIE FREITAG-PRESSE – 23. OKTOBER 2026

Hannover
Klein beleuchtet kurz 80: Tschaikowskis „Pique Dame“ in Hannover mit Helen Donath gerät zum Ereignis
Mit Tschaikowskis „Pique Dame“ hat die Staatsoper Hannover die neue Spielzeit mit einem Werk eröffnet, in dem sich gesellschaftliches Strebertum, zwanghafte Leidenschaft und menschliche Abgründe auf eindrückliche Weise verbanden. Die Regie Roland Schwabs richtete einen konsequenten Fokus auf Hermanns Abstieg, seinen eigentlich unbedingten Aufstiegswillen und seine daraus folgende immer stärker zunehmende Selbstzerstörung.
Von Patrik Klein
Klassik-begeistert.de

„DIE FREITAG-PRESSE – 23. OKTOBER 2026
klassik-begeistert.de, 23. Oktober 2026“
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Die Schrammelmusik lässt in die Wiener Seele blicken

Theresa Aigner © Andreas Ströbl

Musikstadt Wien – das bedeutet natürlich Staatsoper, Musikverein, Konzerthaus und Theater an der Wien. Aber die echte Wiener Volksmusik hört man nicht in den großen Sälen, sondern in Heurigenlokalen, auf Weingütern oder in den Buschenschänken (in Deutschland sind das die „Straußwirtschaften“). Will man nicht in einer der Touristenfallen mit Reisebussen und zum Klischee verkommener Schunkelfolklore landen, dann sucht man am besten eines der Traditionslokale in Stammersdorf, Strebersdorf, Nußdorf oder Ottakring auf. Oder man geht zum Weingut Hengl-Haselbrunner nach Döbling, wo am 14. Oktober 2026 die „Caféhausschrammeln“ ein mitreißendes Programm zum Besten gaben.

Iglaseegasse 10, 1190 Wien, 14. Oktober 2026

„Das größte Glück“ – Konzert im Weingut Hengl-Haselbrunner

Die Caféhausschrammeln:

Theresa Aranya Aigner, Geige
Julia Kainz, Geige
Tommy Hojsa, Akkordeon und Gesang
Rudi Koschelu, Kontragitarre und Gesang

von Dr. Andreas Ströbl

„Die Caféhausschrammeln
Weingut Hengl-Haselbrunner, 1190 Wien, 14. Oktober 2026“
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John Neumeiers Ballette müssen in Hamburg weiter gepflegt werden

Charlotte Larzelere (Manon Lescaut), Alexandre Riabko (Des Grieux), Michal Bialk (am Flügel), Anna Laudere (Marguerite Gautier), Jakob Feyferlik (Armand Duval), Markus Lehtinen (musikalische Leitung), Futaba Ishizaki (Prudence Duvernoy), Matias Oberlin (Gaston Rieux), Olivia Betteridge (Olympia), Emiliano Torres (Graf N.) (Foto: RW)

Das Neumeier-typische Ballett ist nicht auf tänzerische Akrobatik und auch nicht auf schauspielerische Präsenz ausgelegt, sondern auf das Verwachsen mit der Rolle. Und das, ohne die vorhandenen immensen technischen Schwierigkeiten zu vernachlässigen. Vielmehr sollten diese so verinnerlicht und eingeübt sein, dass sie als Ausdruck der Empfindung und nicht mehr als artistische Leistung erkennbar sind.

Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 21. Oktober 2026

Die Kameliendame, Ballett von John Neumeier

Bühnenbild und Kostüme: Jürgen Rose

Musik: Frédéric Chopin
Musikalische Leitung: Markus Lehtinen
Am Flügel: Michal Bialk, Ondrej Rudčenko

von Dr. Ralf Wegner

„Die Kameliendame, Ballett von John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, Hamburg Ballett, 21. Oktober 2026“
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Klein beleuchtet kurz 80: Tschaikowskis „Pique Dame“ in Hannover mit Helen Donath gerät zum Ereignis

Helen Donath als Gräfin in Pique Dame; Foto Patrik Klein

Ein Abend von atemberaubender musikalischer Intensität – und eine Gräfin, die unter die Haut geht

Staatsoper Hannover, 21. Oktober 2026

Tschaikowski „Pique Dame“

Inszenierung: Roland Schwab
Bühne: Piero Vinciguerra
Kostüme: Gabriele Rupprecht
Licht: Andreas Schmidt

Chor: Lorenzo Da Rio
Musikalische Leitung: Tobias Wögerer

Chor der Staatsoper Hannover, Kinderchor der Staatsoper Hannover, Niedersächsisches Staatsorchester Hannover

von Patrik Klein

Mit Tschaikowskis „Pique Dame“ hat die Staatsoper Hannover die neue Spielzeit mit einem Werk eröffnet, in dem sich gesellschaftliches Strebertum, zwanghafte Leidenschaft und menschliche Abgründe auf eindrückliche Weise verbanden.

„Klein beleuchtet kurz 80: Tschaikowskis „Pique Dame“ in Hannover
Staatsoper Hannover, 21. Oktober 2026“
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