DIE DIENSTAG-PRESSE – 27. OKTOBER 2026

Bettina Mönch als Roxie Hart © Marco Sommer/Volksoper Wien

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE DIENSTAG-PRESSE – 27. OKTOBER 2026

Wien/Volksoper
Mit „Chicago“ gelingt der Wiener Volksoper ein umjubelter Coup
Frech, provokativ und lasziv singen und tanzen sich Protagonisten und Ensemble durch die beißende Satire auf Justiz, Korruption, Manipulation und Gier nach Ruhm. Die hundert Jahre alte Vorlage zeigt im Zeitalter der Social Media und der Influencer verblüffende Aktualität. Darsteller, Regie, Choreographie und Musik reißen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin.
Von Dr. Rudi Frühwirth
Klassik-begeistert.de

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klassik-begeistert.de, 27. Oktober 2026“
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Mit „Chicago“ gelingt der Wiener Volksoper ein umjubelter Coup

Ensemble © Marco Sommer/Volksoper Wien

Frech, provokativ und lasziv singen und tanzen sich Protagonisten und Ensemble durch die beißende Satire auf Justiz, Korruption, Manipulation und Gier nach Ruhm. Die hundert Jahre alte Vorlage zeigt im Zeitalter der Social Media und der Influencer verblüffende Aktualität. Darsteller, Regie, Choreographie und Musik reißen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin. 

Chicago
Ein Musical-Vaudeville von John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse

In deutscher Sprache mit englischen Songs

Libretto:  Fred Ebb & Bob Fosse
Musik:  John Kander
Liedtexte:  Fred Ebb

Musikalische Leitung:  Maayan Franco
Regie:  Lotte de Beer
Choreographie:  Arielle Smith
Bühnenbild:  Christof Hetzer
Kostüme:  Jorine van Beek
Licht:  Alex Brok
Choreinstudierung:  Roger Díaz-Cajamarca
Stunt coordinator:  Ran Arthur Braun
Dramaturgie:  Lisa Kerlin

Chor, Statisterie und Orchester der Wiener Volksoper
Wiener Staatsballett

Volksoper Wien, 24. Oktober 2026

von Dr. Rudi Frühwirth

Vor hundert Jahren dauerte es noch eine ganze Nacht, bis die Rotationsmaschinen die Schlagzeilen von Mord und Totschlag in Riesenlettern aufs Papier druckten und die Kolporteure die Zeitungen auf die Straßen brachten. Heute bekommen wir solche Nachrichten minutenschnell auf den Bildschirm geliefert. Weniger empfänglich für mediale Aufregung sind wir deswegen allerdings nicht geworden.

„Chicago, Musical-Vaudeville von John Kander, Fred Ebb & Bob Fosse
Volksoper Wien, 24. Oktober 2026“
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Schweitzers Klassikwelt 175: Und immer wieder Britten

Benjamin Britten   Quelle: LISTEN music + culture    

Bereits knappe zweieinhalb Jahre nach der Uraufführung in Aldeburgh in der Grafschaft Suffolk kam Benjamin Brittens „Ein Sommernachtstraum“ im Herbst 1962, zwar noch in deutscher Übersetzung, auf den Spielplan der Wiener Staatsoper. Beweggrund eines Besuchs einer Aufführung war nicht das Interesse für den zeitgenössischen Komponisten, sondern für den Sänger des Oberon, Gerhard Stolze, den ich als Mime, David und als Orff’schen Ödipus schätzen gelernt hatte.

von Lothar und Sylvia Schweitzer

Dieser sang jedoch die Partie nicht wie in den Opernführern angegeben als Countertenor, sondern wie gewohnt als Charaktertenor. Noch nicht so lange Zeit nach seiner FSME-Erkrankung fehlte seiner Stimme noch etwas an Durchschlagskraft. Doch zwei Besetzungen wogen das auf. Die zunächst noch unglücklich in Demetrius verliebte Helena rührte durch die sehnsuchtsvolle Stimme einer damals noch nicht berühmten Gundula Janowitz. Außerdem fiel anlässlich der neuen Produktion der auffallend schöne Bass des ersten Quince an diesem Haus, Ludwig Welter, auf. In unsrer Studentenzeit war Britten bei operninteressierten Freunden nicht sonderlich populär. Man schwärmte für Wagner, Strauss und/oder fürs italienische Repertoire, sei es Belcanto oder Verismo.

„Schweitzers Klassikwelt 175: Und immer wieder Britten
klassik-begeistert.de, 27. Oktober 2026“
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Gustavo Dudamel und seine New York Philharmonic im Musikverein: Mahlers Fünfte hat viel Luft nach oben

Gustavo Dudamel © Astrid Ackermann

Gustavo Dudamel und die New Yorker Philharmoniker gastierten mit Mahlers Fünfter Symphonie im Musikverein Wien. Musikalisch blieb der Abend weit hinter den Erwartungen zurück.

Musikverein Wien, Großer Saal, 21. Oktober 2026
New York Philharmonic
Gustavo Dudamel, Dirigent

von Jürgen Pathy

Mahlers Fünfte ist eine enorme Herausforderung. Salopp gesagt ist es ein wildes Durcheinander, das für manche keiner klaren Logik folgt. Dabei lebt diese Symphonie gerade von diesen Gegensätzen. Zwischen Wehmut und Ekstase entfaltet sich ein Drama, das erst durch eine schlüssige Interpretation zu einem großen Ganzen wird. Rund 70 bis 80 Minuten ein Schwenk durch Mahlers Gefühlsleben, der während der Entstehung seiner Fünften Alma Schindler geheiratet hatte.

„Mahler, Sinfonie Nr. 5, New York Philharmonic, Gustavo Dudamel
Musikverein Wien, 21. Oktober 2026“
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kb empfiehlt: La Passion d’Augustine

Plakat © Les Films Séville

Die Kraft der Musik, die Léa Pool besonders in diesen Szenen auf die Leinwand bannt, berührt mein Inneres stark. Eine weitere starke Szene: die Nonnen tauschen ihre Tracht mit moderner Kleidung. Zu Purcells „Thy hand, Belinda“ aus „Dido und Aeneas“. Ergreifend!

La Passion d’Augustine
Ein kanadischer Film von 2015

Regie:  Léa Pool
Drehbuch: Léa Pool und Marie Vien (Idee und Dialoge)
Kamera: Daniel Jobin
Künstlerische Leitung: Patrice Bengle
Musik und musikalische Leitung: François Dompierre

60. Hofer Filmtage, Hof, 23. Oktober 2026

von Frank Heublein

„La Passion d’Augustine, Regie Léa Pool
60. Hofer Filmtage, Hof, 23. Oktober 2026“
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Louis Musin zeigt als Armand, was einen Neumeier-Tänzer ausmacht

Ida Praetorius (Marguerite Gautier) und Louis Musin (Armand Duval) (Foto: RW)

Es wurde von allen phantastisch getanzt. Louis Musin zeigte als Armand, was einen Neumeier-Tänzer ausmacht: Absolute Hingabe an die Rolle, bis an die eigenen psychischen und physischen Leistungsgrenzen vorstoßend und mit der dieser Rolle innewohnenden Leidenschaft, ihren Krisen und Verwerfungen, wie selbst erlebt, das Publikum im Innersten zu berühren.

Die Kameliendame, Ballett von John Neumeier

Hamburgische Staatsoper, die zweite Besetzung, 25. Oktober 2026

von Dr. Ralf Wegner

Das zeigte sich schon bei seinem Auftritt während der Versteigerung des Mobiliars der verstorbenen Marguerite. Seine Erschütterung wegen des profanen Endes seiner großen Liebe übertrug sich auf das Publikum und zog alle in den Bann. Spannung lag von Anfang an in der Luft, die Zuschauer vergaßen ihr Husten und kaum jemand wollte das danach ablaufende Liebesschicksal durch Beifall unterbrechen.

„Die Kameliendame, Ballett von John Neumeier
Hamburgische Staatsoper, 25. Oktober 2026“
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Premiere: Auch ein gedoppelter Holländer kann diese Aufführung nicht retten

Der fliegende Holländer © Matthias Horn

PREMIERE +++ Der fliegende Holländer +++ Deutsche Oper Berlin, 24. Oktober 2026

Der umtriebige Autor und Theatermann Milo Rau wurde für diese Neuinszenierung als Regisseur gewonnen, und scheiterte damit auf der ganzen Linie.

Richard Wagner, Der fliegende Holländer

Der Holländer   Tomasz Konieczny/Derek Welton
Senta   Aušrinė Stundytė
Daland   Tareq Nazmi
Erik   Attilio  Glaser
Mary   Kai Rüütel-Pajula
Steuermann   Omar Mancini

Inszenierung   Milo Rau
Dirigentin   Giedrė Šlekytė

Deutsche Oper Berlin, 24. Oktober 2026, Premiere

von Peter Sommeregger

„Wagner, Der fliegende Holländer
PREMIERE – Deutsche Oper Berlin, 24. Oktober 2026“
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Die Semperoper spielt einen erfrischenden Wildschütz

Der Wildschütz © Matthias Creutziger

In der heutigen Zeit wird „Spielopern“, wie „Wildschütz“, „Waffenschmied“, um einige aufzuzählen, oft nicht mehr der gebührende Platz im Repertoire der Opernhäuser eingeräumt. Sie gelten als altmodisch, verstaubt und nicht mehr zeitgemäß. Völlig zu Unrecht!

Diese Inszenierung aus dem Jahre 2015 beweist das muntere Gegenteil.

Semperoper Dresden, 24. Oktober 2026
Wiederaufnahme „Der Wildschütz“

Albert Lortzing    Der Wildschütz

Komische Oper in drei Akten
Libretto vom Komponisten nach Der Rehbock oder Die schuldlos Schuldbewussten von August Friedrich Ferdinand von Kotzebue

Graf von Eberbach:  Philipp Jekal
Die Gräfin:  Kathrin Göring
Baron Kronthal:  Maximilian Schmitt
Baronin Freimann:  Maria Perlt-Gärtner
Nanette:  Ekaterina Chayka-Rubinstein
Baculus:  Georg Zeppenfeld
Gretchen:  Louise McClelland Jacobsen
Pankratius:  Gerald Hupach

Musikalische Leitung   Christoph Gedschold
Sächsiche Staatskapelle Dresden

Inszenierung    Jens-Daniel Herzog
Bühnenbild       Mathis Neidhardt
Kostüme             Sibylle Gädicke

von Henriette Müller

„Albert Lortzing, Der Wildschütz, Wiederaufnahme
Semperoper Dresden, 24. Oktober 2026“
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DIE MONTAG-PRESSE – 26. OKTOBER 2026

Der fliegende Holländer © Matthias Horn

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DIE MONTAG-PRESSE – 26. OKTOBER 2026

Berlin/Deutsche Oper
Premiere: Auch ein gedoppelter Holländer kann diese Aufführung nicht retten
Der umtriebige Autor und Theatermann Milo Rau wurde für diese Neuinszenierung als Regisseur gewonnen, und scheiterte damit auf der ganzen Linie. Seine Idee, Wagners Drama um den fluchbeladenen Seefahrer mit der deutsch-israelischen Geschichte inhaltlich zu koppeln, war weder überzeugend, noch gut. In vorauseilender Vorsicht gab es schon am Eingang zum Opernhaus Taschenkontrollen.
Von Peter Sommeregger
Klassik-begeistert.de

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klassik-begeistert.de, 26. Oktober 2026“
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Was beim Kieler Ballett mittlerweile erreicht wurde, gleicht einem Ballettwunder

Vitalii Netrunenko (Gamache), Leisa Martínez Santana (Kitri), Rauan Orazbayev (Basilio), Virginia Tomarchio (Mercedes), Espada (Vitor Vaz) (Foto: RW)

PREMIERE +++ Don Quichotte, Ballett +++ Opernhaus Kiel, 24. Oktober 2026

Aus auswärtiger Sicht gleicht es einem Wunder, was unter dem Direktorat von Yaroslav Ivanenko und seiner Stellvertreterin Heather Jurgensen in den letzten 15 Jahren aufgebaut wurde. Unter ihrer Ägide hat sich in Kiel ein Ensemble versammelt, welches in der Lage ist, selbst die großen klassischen Ballette überzeugend auf die Bühne zu bringen.

Don Quichotte, Ballett von Denis Matvienko

Choreographie von Denis Matvienko nach Marius Petipa und Alexander Gorski

Ausstattung:  Heiko Mönnich
Musik:  Léon Minkus u.a.

Philharmonisches Orchester Kiel, Leitung:  Chengling Li

Opernhaus Kiel, Premiere, 24. Oktober 2026

von Dr. Ralf Wegner

„Don Quichotte, Ballett von Denis Matvienko
PREMIERE – Opernhaus Kiel, 24. Oktober 2026“
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