Daniels Anti-Klassiker 55: Gershwins „Rhapsody in Blue“ ist die Quintessenz vom Publikumsüberdruss

Gershwin © Joe Ciardiello

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Wer kennt sie nicht, die „Rhapsody in Blue“? Glaubt man Radiostationen und Konzerthäusern, dann gehört dieses Werk zu den meistgespielten Stücken der Konzertmusik. Regelmäßig thront es in Hitlisten der „Klassischen Musik“ ganz oben, oftmals sogar in den Top 10 der Zuhörerlieblinge. Es scheint, als wäre dies ein Publikumsmagnet und Lieblingsstück der breiten Mehrheit schlechthin. Dabei könnte es kaum ein Stück geben, das weniger mit „Klassischer Musik“ zu tun hat … „Daniels Anti-Klassiker 55: Gershwins „Rhapsody in Blue“
klassik-begeistert.de, 12. Oktober 2026“
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„Lohengrin": Dirigent Christoph Koncz verleiht Wagner nicht immer Flügel

Foto © Reinhard Winkler

++++PREMIERE++++LOHENGRIN++++LINZ

In Linz beginnt’s. Nachdem Christoph Koncz bereits bei den Wiener Philharmonikern als Stimmführer aktiv war, gibt er nun als Dirigent den Ton an. Der designierte Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz hat mit Richard Wagners „Lohengrin“ einen vom Publikum massiv bejubelten Premierenabend gefeiert. In der Neuproduktion von Michael Schulz führt Koncz das Orchester mit viel Energie durch den Abend, lässt aber Potenzial nach oben erkennen. Die Regie bietet interessante Einfälle.

Richard Wagner,   Lohengrin
Musiktheater Linz, 10. Oktober 2026 (Premiere)
Christoph Koncz,  Dirigent
Michael Schulz,  Regie
Dirk Becker,  Bühne
Bruckner Orchester Linz

von Jürgen Pathy

Dass man dabei nicht rundherum in den Sog der Partitur gezogen wird, ist auf die Klangqualität im Tutti des Orchesters und einzelner Holzbläser zurückzuführen. Keine Frage: Das Bruckner Orchester Linz lässt in einzelnen Stimmen seine Klasse hervorblitzen. Besonders in der Solo-Oboe oder bei den Celli, die Wagners Klangzauber dort entfalten, wo dunkle Orchesterfarben das düstere Geschehen unterstreichen.

„Richard Wagner, Lohengrin
++++PREMIERE++++ Musiktheater Linz, 10. Oktober 2026“
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Christian Thielemann mit Bruckners Siebter begeistert in einem bedeutungsvollen Antrittskonzert

© Matthias Creutziger

Eine singuläre Meisterleistung

Auf der Achse zwischen Wien und Salzburg erleben wir einen einmaligen spektakulären goldenen Herbst der Bruckner-Interpretation! So dicht nacheinander lassen sich musikalische Höhenflüge selten erleben. Der Oktober 2026 schreibt sich schwergewichtig  in die sinfonische Aufführungsgeschichte des zu seinen Lebzeiten vielfach unverstandenen Komponisten ein, der sicher viel dafür gegeben hätte, seine Schöpfungen derart vollendet zu erleben! Noch dazu im sakralen Raum!

Dom zu Salzburg, 10. Oktober 2026

Anton BRUCKNER (1824–1896): Symphonie Nr. 7 (WAB 107)

Christian THIELEMANN

Symphonieorchester der Universität Mozarteum

von Kirsten Liese

„Christian Thielemann Orchesterkonzert, Bruckner 9
Dom zu Salzburg, 10. Oktober 2026“
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Berlioz’ Requiem berührt und fesselt die Gemüter im Bremer Dom

Berlioz Requiem Bremen (Foto privat)

Mit seiner „Grande Messe des Morts“ wollte Hector Berlioz etwas nie Dagewesenes komponieren. Es ist ihm zweifellos gelungen, allerdings ist die Aufführung des großformatigen Werkes auch mit erheblichem Aufwand verbunden. Doch davon haben sich Domkantor Tobias Gravenhorst, der mit Männerstimmen aus dem Theaterchor verstärkte Bremer Domchor und die Bremer Philharmoniker keinesfalls abhalten lassen. Mit überwältigendem Erfolg!

St. Petri Dom Bremen, 10. Oktober 2026

Hector Berlioz    Requiem – Grande Messe des Morts

Isaak Lee   Tenor
Bremer Domchor und Männerstimmen aus dem Theaterchor
Die Bremer Philharmoniker
Tobias Gravenhorst   Leitung

St. Petri Dom Bremen, 10. Oktober 2026

von Dr. Gerd Klingeberg

„Hector Berlioz, Requiem – Grande Messe des Morts, Tobias Gravenhorst, Leitung
St. Petri Dom Bremen, 10. Oktober 2026“
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Klein beleuchtet kurz 78: Verdis Don Carlo feiert in Aachen eine bemerkenswerte Saisoneröffnung

Verdi Don Carlo Aachen; Elisabeth von Valois (Larisa Akbari), Philipp II.(Dominic Barberi) und Don Carlo (Mario Rojas) mit Chor; Foto Matthias Baus

PREMIERE +++ Don Carlo +++ Theater Aachen, 10. Oktober 2026

Fulminant und berührend gerät die Premiere von Verdis vieraktigem, auf Italienisch gesungenem Meisterwerk nach Friedrich Schiller am Theater Aachen. Die scheidende Generalintendantin Elena Tzavara inszeniert das kriminalistische Spiel der Intrigen in starken Bildern und psychologischer Dichte. Auch musikalisch erlebt man einen Abend von hohem Rang.

Am Pult der diesjährigen Eröffnungsoper präsentiert sich erstmals der neue Generalmusikdirektor Levente Török mit Verdis ergreifendem Drama.

von Patrik Klein

„Klein beleuchtet kurz 78: Verdis Don Carlo
Theater Aachen, 10. Oktober 2026, Spielzeitpremiere“
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Étienne Dupuis: „Wenn ich nicht spielen könnte, würde ich wahrscheinlich aufhören zu singen“

Étienne Dupuis © Tim Weiler

Étienne Dupuis empfängt mich in den Garderoben der Wiener Staatsoper. Dort singt der Frankokanadier in dieser Saison Verdis Posa sowohl im italienischen Don Carlo als auch im französischen Don Carlos. Mit Klassik begeistert spricht der 47-Jährige über Regisseure, Haartransplantation, Kritiken, seine Frau Nicole Car – und darüber, warum ausgerechnet Billy Joel mitverantwortlich dafür ist, dass Dupuis heute Opernsänger ist.

Interview: Jürgen Pathy

klassik-begeistert: Herr Dupuis, Sie haben im Gespräch einen bemerkenswerten Satz gesagt: Wenn Sie nicht spielen könnten, würden Sie wahrscheinlich aufhören zu singen. Ist das Schauspiel für Sie tatsächlich so wichtig?

Étienne Dupuis: Ja. Singen allein ist für mich nicht interessant genug. Gesang und Schauspiel gehören für mich zusammen. Wenn ich eine Rolle bekomme, bei der ich das Gefühl habe, dass die Figur nicht interessant zu spielen ist, frage ich mich tatsächlich, ob ich sie überhaupt machen sollte. Ich liebe das Schauspiel. Ich weiß nicht genau, warum. Das ist einfach ein Teil von mir.

„Interview: kb im Gespräch mit Étienne Dupuis, Bariton
klassik-begeistert.de, 9. Oktober 2026“
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Daniels Anti-Klassiker 53: Dvořáks „Sinfonie aus der neuen Welt“ ist ein Paradebeispiel für mangelhaften Umgang mit Programmen

ANTONÍN DVOŘÁK Aquarell Porträt – POSTER

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

In der Ferne schwelgen, durch die Prärie reiten, die majestätische Schönheit einer „neuen Welt“ bestaunen: Kaum ein Werk fängt diese Idylle so anschaulich und vielschichtig ein, wie Antonín Dvořáks neunte Sinfonie. Buchstäblich – bis heute ist sie das meistgespielte Werk dieses Komponisten. Aber warum eigentlich?

„Daniels Anti-Klassiker 53: Dvořáks „Sinfonie aus der neuen Welt“
klassik-begeistert.de, 10. Oktober 2026“
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Auf geht’s in die Welt des Jacques Offenbach

© Monika Rittershaus

Auf in die Antike! Verlassen wir, dank der Faszination des Theaters, für eine kurze Zeit die Mühen der Gegenwart. Gehen wir ins griechische Theben, kraxeln von dort auf den Olymp, um mit gelangweilten Göttern hinabzusteigen ins Reich der Unterwelt. Dort treffen wir auf einen verrückten Prinzen, eine liebestolle Fliege und erleben final den schlüpfrigen Höllengalopp.

Komische Oper im Schillertheater, 9. Oktober 2026

Orpheus in der Unterwelt
Operette von Jacques Offenbach
Libretto von Ludovic Halévy und Hector Crémieux

Uraufführung am 21. Oktober 1858 im Théâtre des Bouffes-Parisiens in Paris

Inszenierung an der Komischen Oper Berlin von Barrie Kosky

Koproduktion mit den Salzburger Festspielen und der Deutschen Oper am Rhein

Choreografie:  Otto Pichler
Bühnenbild:  Rufus Didwiszus
Kostüme:  Victoria Behr

Musikalische Leitung:  James Hendry

Wiederaufnahme an der Komischen Oper im Schillertheater, 9. Oktober 2026

von Ralf Krüger

„Jacques Offenbach, Orpheus in der Unterwelt
Komische Oper Berlin, Schillertheater, 9. Oktober 2026“
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DIE SONNTAG-PRESSE – 11. OKTOBER 2026

Elbphilharmonie © Thies Rätzke

Für Sie und Euch in den Zeitungen gefunden
DIE SONNTAG-PRESSE – 11. OKTOBER 2026

Wien/Musikverein
Musikverein: Drei „Julier“ und ihr Doppelliederabend (Bezahlartikel)
Sopran, Tenor, Klavier: Julia Kleiter, Julian Prégardien und Julius Drake präsentierten Brahms auf sympathische Weise.
DiePresse.com

Linz
Vorbericht – „Lohengrin“ in Linz: Märchenheld als Manipulator
Mit Richard Wagners „Lohengrin“ bringt das Landestheater Linz eine Oper auf die Bühne, die den klassischen Märchenstoff in die Gegenwart überträgt. Die musikalische Leitung hat der designierte Chefdirigent des Bruckner Orchesters Linz, Christoph Koncz. Die Premiere ist Samstagabend in Linz.
ooe.orf.at

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Daniels Anti-Klassiker 54: Mozarts Jupiter-Sinfonie

https://tersdergi.com

Höchste Zeit sich als Musikliebhaber einmal neu mit der eigenen CD-Sammlung oder der Streaming-Playlist auseinanderzusetzen.

Dabei begegnen einem nicht nur neue oder alte Lieblinge. Einige der so genannten „Klassiker“ kriegt man so oft zu hören, dass sie zu nerven beginnen. Andere haben völlig zu Unrecht den Ruf eines „Meisterwerks“. Es sind natürlich nicht minderwertige Werke, von denen man so übersättigt wird. Diese teilweise sarkastische, teilweise brutal ehrliche Anti-Serie ist jenen Werken gewidmet, die aus Sicht unseres Autors zu viel Beachtung erhalten.

von Daniel Janz

Ah, wer kennt nicht dieses Juwel im Schaffen des „ganz großen Meisters“? Als letzte Sinfonie Mozarts ist seine „Jupiter-Sinfonie“ mit dem sperrigen Originaltitel „Symphonie Nr. 41 in C-Dur, KV 551“ eine der am häufigsten gespielten Sinfonien überhaupt. Wenn von höchster Musikkunst die Rede ist, ist sie das Beispiel schlechthin. Allzu oft bezeichnet man sie wegen ihrer Machart und Stellung in Mozarts Leben auch als jene Sinfonie, in der er noch einmal all sein Können kulminiert und in gottgleicher Weise offenbart haben soll. So entwickelte die „Sinfonie mit der Schlussfuge“ einen Ruf, der sie in den ewigen Olymp aller Musik erhob – und das völlig zu Unrecht! „Daniels Anti-Klassiker 54: Mozarts Jupiter-Sinfonie
klassik-begeistert.de, 11. Oktober 2026“
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